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Jürgen Claus "promare"

Präsentation der vierten prodomoEdition, nummeriert und signiert - von 9. bis 19. September 2015


Von 9. bis 19. September 2015 wurden bei prodomoWindows Arbeiten von Jürgen Claus präsentiert: Hinterglasfotografien von "Unterwasser-Skulpturengärten", die Lichtskulptur Sonnen-Pyramide, visionäre Meeresarchitekturen auf Navigationskarten sowie Werke, die im Rahmen der Ausstellung "Kreativität Wasser" im Jahr 1986 im prodomoLoft in der Flachgasse gezeigt wurden. Der gebürtige Berliner Jürgen Claus ist mittlerweile der vierte Künstler der prodomoPopUp-Retrospektive der Ausstellungsreihe 1985-1994 auf dem Gebiet Architektur, Kunst und Design.

Jürgen Claus arbeitet als bildender Künstler in verschiedenen Medien: Architektur, Malerei, Skulptur, Film, Solarinstallationen und Unterwasserkunst. Als Autor hat er zahlreiche Werke zur Medienkunst und deren Theoriebildung verfasst.

1967 begann Claus sich mit Architektur und alternativen Energien, mit submarinen Strukturen und Meeresarchitektur auseinanderzusetzen. Tief im Meer schwimmende Lichtbälle, pneumatische Körper, Reflexionskörper, wie die "Radiolarien" – eine Skulpturengruppe, bestehend aus Glaskugeln unter Wasser – die Stromzufuhr erfolgte über photovoltaische Kollektoren auf der Meeresoberfläche. Sein Projekt "Archipel Olympia" – die Olympischen Spiele des Jahres 2000 – sollten auf schwimmenden Inseln in internationalen Gewässern stattfinden.


JÜRGEN CLAUS ÜBER SEINE ARCHITEKTURZEICHNUNGEN BEI "PROMARE"

"Meine Meeres-Architekturen siedeln sich in dem Spannungsfeld zwischen Utopie und Wirklichkeit an. Ihre projizierte Größenordnung mag utopisch sein. Ihr Vokabular ist es nicht. Ich beziehe unser gegenwärtiges Wissen um eine marine Architektur ein. Sie bezieht die Energie des Windes ein (daher die Segelform), die der Sonne (Reflektoren) und der Gezeiten. Turm-, Röhren-, Kugel-, Trägerstrukturen wechseln sich zu einem komplexen Erscheinungsbild ab.

Gegenwart und Zukunft der Meeres-Architektur wird sich zwischen drei Systemen abspielen. Da sind (1) die sozialen Systeme, die Fragen nach der Kommunikation innerhalb und nach draußen, nach dem politischen Status, nach der entsprechenden Bevölkerungsdichte einschließen. Dann sind da (2) die architektonischen Systeme, die nach Baumaterial, Mehrfach-Funktionalität der Konstruktionen, nach gebauter Aqua-Kultur etc. fragen. Und schließlich (3) die Energie-Systeme, die die Verwendbarkeit sogenannter Income-Energien (Sonne/Wind/Gezeiten) erfragen, die Beschützung der natürlichen Umwelten etc." (1975)


DIRK TÖLKE ÜBER JÜRGEN CLAUS

Der deutsche Kunsthistoriker und Kunst-Journalist Dr. Dirk Tölke schrieb anlässlich des 80. Geburtstages am 28. Mai 2015 über den in Berlin geborenen und in Baelen (Wallonie) sowie Aachen lebenden Maler, Theoretiker, Lehrer, Forscher und Umweltkünstler Jürgen Claus:

"Jürgen Claus ist einer, um poetisch zu werden, der seit Jahrzehnten mit einem Leuchtfeuer winkend, einem Leitstrahl gleich, die Menschen auf unausgetretene Trampelpfade lockt, um Neuland zu entdecken, das sich gerade auftut, wie die Grenzzonen eines Online-Rollenspiels. Er erkundete früh Dimensionen der Natur und besetzte sie symbolisch: Zunächst die Unterwasserwelt, die mehr ist, als Meer und die nur zu 3% erkundete Tiefsee, nämlich ein anderer Wahrnehmungsraum im Fluidum Wasser, sodann die Sonne, die er nicht nur umwelttechnisch nutzbar und künstlerisch gestaltet symbolisch auflud, sondern als Energieträgerin, als Wahrnehmungsverstärkerin verstehbar macht.

Immer geht es ihm als Vortragender und Lehrer um die Öffnung der Welt und ihrer Dimensionen für andere, das Zusammenbringen von Menschen an der Front der Wissenschaftslandschaft und der künstlerischen Neuformulierungen. In seiner Kunst zeichnet er akribische Denkbildercollagen und komplexe Schaubilder, deren Modernität noch der Entdeckung harrt angesichts eines Überhangs an psychologisierender, politisierter und poetischer Thematiken. Ein Denkabenteurer und Bildpublizist, der die Freude teilt, am Bugnetz eines Schiffes in tobender Gischt durch unbekanntes Terrain zu brausen, hoffnungsvoll und angstfrei einem erfüllterem Leben entgegen. Möge die Fahrt noch dauern."


PIERRE RESTANY ÜBER DIE "GÄRTEN VON SHARM", DOMUS 1980

"Es wird immer einen Dichter geben, der die Flüsse von Arkadien preist und die kühlen Quellen in Allahs Gärten. Die "Gärten von Sharm" wurden von Jürgen Claus 1978 erschaffen. Er nimmt das Rote Meer als Umgebung und inmitten der spektakulären Szenerie der Korallenriffe verwirklicht Claus eine Auswahl seiner Skulpturen aus PVC, transparent oder in delikaten Farben, mit Meereswasser gefüllt. In seinem Film ‚Planet Meer’ führt Claus einige seiner Unterwasser-Skulpturen vor. Dazu zählt ein Glockenturm mit orangefarbenen Glocken. ‚Die Natur interpretiert die künstlerischen Formen, die ihrerseits naturähnliche Formen entfalten’, sagt Claus. Sein Film zielt darauf, die Welt unter Wasser als eine ästhetisch erfahrbare zu zeigen, indem Natur, Kunst, poetischer Text und Klangformen einen unteilbaren Ausdruck bilden."


HANS HASS ÜBER JÜRGEN CLAUS

Hans Hass, der die Eröffnungsrede der Ausstellung "Kreativität Wasser" im prodomoLoft in der Flachgasse am 14. Mai 1986 hielt: "Jürgen Claus hat sich als erster Künstler das Meer zum Experimentier- und Schaffensraum erwählt. Ich bewundere seinen Ideenreichtum, seine Vitalität und seine Phantasie."


Peter Spielmann, ehemaliger Direktor vom Museum Bochum, 1986 über Jürgen Claus

KUNST UND ARCHITEKTUR UNTER WASSER
Jürgen Claus – Die erlebte Utopie.

"Das künstlerische Schaffen von Jürgen Claus bewegt sich in drei Ebenen. Sein Ziel ist es, neue Bereiche unserer Umwelt zu entdecken, zu erforschen, zu erleben und zu vermitteln. Er entdeckt das Meer, in dem das Leben auf unserem Planeten seinen Ursprung hat, das den Menschen immer wieder angezogen, aber auch begraben hat.

Das Spannungsfeld zwischen Leben und Tod gehört zur Natur dieses Elements und gibt auch das Ethos der Utopie, der ausgedachten, alternativen, gewünschten Welt des Menschen. Im Wesen der Utopie liegt der Wunsch, sie dem Traum zu entreißen und in die reale Welt zu überführen – sie zu verwirklichen. Die Kunst selbst, auch die, die der gesehenen und gelebten Wirklichkeit am nächsten steht, ist immer auch einer realisierte Utopie, eine Wunschwelt.

Zeichnungen und Pläne von Jürgen Claus sind nicht nur festgehaltene Ideen und Träume, Projekte, Anleitungen zu Realisierungen, sondern Kunstwerke, die eine andere Welt darstellen, eine Utopie sind. Sie bilden die erste Ebene seines Werkes.

Die zweite Ebene sind Verwirklichungen solcher Projekte im Wasser, im Meer. Sie laufen in der Zeit ab, haben ihren Anfang und ihr Ende (Geburt und Tod) und werden meistens nur von den direkten Teilnehmern, die Akteure und Zuschauer gleichzeitig sind, wahrgenommen – den anderen wird dieses Erlebnis durch Dokumentation (Foto, Film) vermittelt und damit festgehalten. Für unsere Zeit charakteristisch, aber auch zukunftsweisend finde ich die Versuche, bildnerische Elemente mit musikalischen zu verbinden: das Meer nicht nur mit neuen Formen, sondern auch neuen Klängen zu bereichern, zu vermenschlichen.

Die dritte Ebene bilden dann Environments, Skulpturen, Zeichnungen, Gouachen, Pastelle und Bilder, die aus dem Erlebnis dieser realisierten Projekte entstanden sind – des Meeres, in dem der Mensch nicht nur beobachtet, dokumentiert, sondern auch Zeichen setzt.

Die Bilder vermitteln ein unerwartetes Farberlebnis, die Formen werden mit einer schnellen Handschrift erfasst, denn sie müssen die Bewegung festhalten und wiedergeben. Die Bilder haben aber auch dadurch eine sehr starke emotionelle Ladung, mit der sie den Betrachter beeindrucken. Dies gehört dazu, denn die Utopie ist nicht nur eine Welt der Konstruktion und Organisation, sie ist auch eine Welt der Liebe. Denn nur so kann sie die Welt des Menschen sein."

Weiterführende biografische Daten, Texte und Abbildungen zu der Unterwasserkunst von Claus finden Sie unter www.juergenclaus.de


prodomoPopUp: 6 AUSLAGEN - 6 KUNSTWERKE. DIE BEWEGGRÜNDE.

Die aktuellen und zukünftig regelmäßig stattfindenden prodomoPopUp’s knüpfen an die viel beachtete Ausstellungsreihe auf dem Gebiet Architektur, Kunst und Design aus den 80er Jahren an. Zwischen 1985 und 1994 präsentierte Peter Teichgräber, unter der künstlerischen Leitung und Kuratierung von Loys Egg, im damaligen prodomoLoft in der Flachgasse insgesamt 16 Werkschauen. Rückblickend gesehen stufen Experten diese Kulturarbeit als bedeutend für diese Zeit ein und bewerten die „Sammlung prodomoWien, Peter Teichgräber“ mit den vielen noch vorhandenen Exponaten aus dieser Ausstellungstätigkeit als wichtiges, historisches Zeitdokument. Die Veranstaltungsreihe präsentierte Persönlichkeiten wie Alessandro Mendini, Heinz Frank, Jürgen Claus, Stiletto, die Gruppen Rastlos und Pentagon, Jasper Morrison, Massimo Iosa Ghini, Andreas Brandolini, Milan Knizak, Helmut Palla, Paul Etienne Lincoln sowie Mario Terzic. Den „Schlusspunkt“ fand die Serie 1994 mit Peter Weibel. Zu jeder Ausstellung gab es von den jeweiligen Künstlern bzw. Designern mitgestaltete, großformatige Ausstellungskataloge.

Wie einst fungiert prodomoWien auch heute als Impulsgeber, ist Bühne und Schaufenster zugleich. Die Künstler, die bereits in den 80er Jahren bei prodomo ausstellten, sind eingeladen, eine limitierte Kleinserie zu entwerfen. Jede Serie ist mit sechs Stück begrenzt und wird in den sechs Schaufenstern von prodomoWindows in der Naglergasse für die Dauer von rund 10 Tagen ausgestellt. Die Kunstwerke sind nummeriert und signiert und können exklusiv bei prodomoWindows gekauft werden. Als Kurator ist wieder Loys Egg tätig.

"Wir sind in der privilegierten Lage mit Produkten unsere Geschäfte machen zu dürfen, die direkter Bestandteil der jeweiligen Einrichtungskultur auf höchstem Designniveau sind. Für uns zählen die Grundwerte Haltung, Qualität, Kreativität, Professionalität, Intelligenz und Empathie", so Peter Teichgräber, Gründer und Mastermind von prodomo. "Ergänzend zu unserem Alltagsgeschäft macht es einfach Spaß andere Wege zu gehen und gemeinsam mit Künstlern, Designern und Architekten etwas Eigenständiges zu verwirklichen und Ihnen dabei völlige künstlerische Freiheit zu ermöglichen. So haben wir es bereits in den 80ern im prodomoLoft in der Flachgasse gehalten und das behalten wir auch jetzt bei den prodomoPopUp´s bei."

Werner Backhausen, seit 2001 bei prodomo verantwortlich für Vertrieb & Marketing: "Da ich persönlich die Ära der Ausstellungsreihe zwischen 1985 und 1994 nicht miterlebte, ist es für mich ein besonderes Anliegen gemeinsam mit Herrn Teichgräber und den Künstlern von damals diesen Teil der Unternehmensgeschichte aufzuarbeiten und zugleich Neues mit ihnen zu gestalten. Ein weiteres Ziel ist es, auch den jüngeren Generationen die Wurzeln von prodomo näher zu bringen, damit unsere heutigen Aktivitäten und Einstellungen besser verstanden werden. Außerdem passt bei diesem Projekt auch der bekannte Spruch: Tradition ist nicht die Anbetung von Asche, sondern die Weitergabe von Feuer!"

© copyright prodomoWien/Hersteller, Autor: Werner Backhausen